Die Symbolsprache traditioneller japanischer Tätowierungen

Für grosses Bild klicken! Alle Tätowierungen haben eine Bedeutung. Diese kann verallgemeinert sein wie zum Beispiel bei den Maoris, informativ wie bei denen, die der normale Bürger Kriminelle nennt oder rein symbolisch. Tätowierungen dienen der Initiation, der eigenen Definition, können Talisman sein, die Zugehörigkeit zu einer Gruppe darstellen. Oder sie dienen vordergründig einfach der Verschönerung des Körpers.

Die Symbole repräsentieren Qualitäten, die man besitzt oder die man gerne hätte. Das Spektrum der traditionellen japanischen Tätowierungen ist relativ eng. Den Kern bilden symbolträchtige Tiere, religiöse (in diesem Fall buddhistische) Motive, verschiedene Helden und Volksfiguren sowie bestimmte Flora und Fauna. Diese Basismotive lassen eine Art "Wörterbuch" der Symbolsprache entstehen.

Der ästhetische Aspekt steht im Vordergrund. So hat der Gesamteindruck auf dem Körper eine größere Bedeutung als das einzelne Motiv. Neben Kraft und Mut dienen die Symbole auch der Darstellung von Treue, Hingabe, Dienen und Verpflichtung als Tugenden.

Die traditionellsten Tiersymbole sind der Drache und der Karpfen.

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Der Drache ist eines der mächtigsten Glückssymbole, traditionell lebt er im Wasser und in der Luft und schützt vor Feuer. Der Drache ist ein mythologisches Wesen, das sich aus verschiedenen Elementen zusammensetzt, er vereinigt die Gegensätze in sich. Durch diese Verbindung von Yin- und Yang-Elementen repräsentiert er Ganzheit und eine daraus erwachsende Objektivität. Natürlicher Mut und Kraft werden dem Drachen ebenso zugeschrieben wie Scharfsinn, Klugheit, Wohlwollen und Güte. In seinen Krallen trägt er oft einen Ball, eine Perle oder einen (runden) Juwel. Diese geschlossene Lotos-Form enthält die spirituelle Essenz des Universums.

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Das zweite traditionelle Tiersymbol wird durch den Karpfen (Koi) repräsentiert. Der Koi hat ganz irdische Qualitäten und ist ein durch und durch männliches Symbol. Stoisch schwimmt er den Wasserfall hinauf, verkörpert die Kraft, die gegen den Strom schwimmen kann. Potenz, Stärke, Durchsetzungsvermögen und Erfolg schreibt man ihm zu. Es wird gesagt, dass der Koi, der den Wasserfall überwindet, sich in einen Drachen verwandelt. Manchmal wird er von einem Kintaro - "koi taro" - begleitet, einer Kombination aus einem Fruchtbarkeitsgott und einer historischen Figur. Der Kintaro schwimmt mit dem Karpfen oder reitet auf ihm.

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Als Tattoo-Motiv ist der Tiger, der in Japan nicht vorkommt, ein rein dekoratives Kraft- und Machtsymbol. Einer der 108 kriegerischen Suikoden Rebellen - Figuren aus einem Heldenroman Mitte des 18. Jahrhunderts - hatte einen Tiger auf seinem Rücken tätowiert.

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Ein weiteres rein dekoratives Motiv ist der chinesische Tempelhund, der gerne als "Löwe" bezeichnet wird.

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Neben Schlangen (Wandlung) und Schildkröten (Langlebigkeit, auch sexuelles Symbol) werden auch Phantasiefiguren wie der Phönix (Wiedergeburt aus der Asche) oder der zweigehörnte Teufel "Oni" (Eifersucht) tätowiert.

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Hannyas aus dem japanischen No-Drama sind irdische Ungeheuer, die sich aufgrund zurückgewiesener Liebe in Dämonen mit Schlangenleib und Hannya-Kopf verwandeln und nur durch den Weg des Buddha erlöst werden können. Sie stehen für Gefühlsverwirrungen wie Leidenschaft, Eifersucht und Haß.

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Die religiösen Motive stellen nicht den Buddha selbst dar, sondern Unter-Gottheiten. Die weibliche Kannon ist ein Boddhisattva, die den Menschen auf dem Weg zur Erleuchtung begleitet und für Mitgefühl und Erbarmen steht. Sie wird meist als Frau auf einem Drachen reitend dargestellt.

Der Fudō Myōō ist ein unerschütterlicher, kämpferischer Beschützer des Buddhismus, auch Höllenwächter und Wissenskönig genannt. Er ist wild, heftig, ungestüm und grimmig. Mit seinem Flammenschwert besiegt er das Böse, um es mit seinem Seil zu binden. Die Symbolik weist darauf hin, auf der Seite des Guten sein zu wollen und die Ordnung aufrecht zu erhalten.

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Wesentliche Elemente der traditionellen japanischen Tätowierungen sind bestimmte Blüten. Werden Blüten in Verbindung mit einem Motiv eingesetzt, ist darauf zu achten, dass diese jahreszeitlich zusammenpassen. Chinesischen Ursprungs sind die Päonie und die Chrysantheme.

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Die Päonie steht für Ausdauer, Gesundheit und Glück aber auch für Ausschweifung.
Die Chrysantheme zeigt Langlebigkeit, Beständigkeit und Bestimmung.
Die klassische japanische Blüte ist die Kirschblüte, die nur kurz blüht und so für Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit steht. Sie ist unsterbliche Liebe, ewige Freude und Transzendenz über das irdische Leben. Ihr Motto ist, im Einklang mit der Natur zu sein.
Das Ahornblatt repräsentiert die Zeit des Älterwerdens.

Als Hintergrund werden die Elemente Feuer, Wasser und Wind benutzt. Zeichen, Spiralen und Gebetsformeln sind weitere Tattoo-Elemente.

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